Wenn KMU und KI-Startups an einen Tisch kommen: unser Matchmaking im KITZ
Acht mittelständische Unternehmen aus Schleswig-Holstein. Elf KI-Startups aus ganz Deutschland. Ein Tag im Kieler Innovations- und Technologiezentrum, der zeigt, wie KI-Transfer im Mittelstand wirklich funktioniert.
KI-Transfer in den Mittelstand scheitert selten an der Technik. Er scheitert an Übersetzung. Ein Traditionsunternehmen aus dem Norden und ein KI-Startup aus Berlin sprechen oft nicht die gleiche Sprache. Dahinter stecken meistens unterschiedliche Probleme, Tempi und Vokabulare, nicht fehlender guter Wille.
Genau für diese Übersetzung haben wir gemeinsam mit MISSION KI, dem appliedAI Institute for Europe und der IHK zu Kiel ein Matchmaking-Event organisiert. Ort: das KITZ, das Kieler Innovations- und Technologiezentrum. Aufgabe: KMU aus Schleswig-Holstein mit passenden KI-Startups zusammenbringen, damit aus Interesse konkrete Projekte werden können.
Drei Sessions, ein klares Format
Damit Matchmaking nicht bei Smalltalk stehen bleibt, haben wir den Tag in drei vertrauensvolle Einzelgespräch-Sessions aufgeteilt. Jedes KMU traf dabei gezielt auf KI-Startups, die zum eigenen Bedarfsprofil passen.
In diesen geschützten 1:1-Settings konnten regionale Unternehmen reale Anwendungsfälle diskutieren, Chancen und Grenzen aktueller KI-Lösungen ausloten und herausfinden, mit welchem Anbieter eine Zusammenarbeit tatsächlich sinnvoll sein könnte. Der Rahmen war bewusst ruhig gehalten: Zeit fürs Zuhören, Raum für Rückfragen und ausreichend Gelegenheit, auch heikle Themen offen zu besprechen.
Warum dieses Format funktioniert
- Vorauswahl statt Zufall: Die Startups wurden passend zu den KMU-Bedarfen eingeladen, nicht umgekehrt.
- Vertraulichkeit: Sensible Themen (Datenlandschaften, Wettbewerbssituation, ERP-Realitäten) lassen sich im 1:1-Format offen besprechen.
- Konkrete Bedarfsprofile: Jedes KMU kam mit einer echten Frage im Gepäck, nicht mit dem diffusen Wunsch „mal was mit KI".
- Nachbereitung im Blick: Als Zielbild hatten wir konkrete Folgetermine vor Augen, an denen weitergearbeitet werden kann.
Wer war dabei
Unter den teilnehmenden KMU waren Hidden Champions und Traditionsunternehmen aus Schleswig-Holstein, die gemeinsam ein breites Branchenbild abbilden: von Kabel- und Leitungsbau bis Holzhandel, von Werbung bis Metallverarbeitung.
Weihe GmbH · punker GmbH · PAV · WIR DREI Werbung GmbH · Gebrüder Schröder Kabel- und Leitungsbau GmbH · Holz Junge GmbH · Wilhelm Siemsen GmbH & Co. KG · J.A. Plambeck GmbH & Co. KG Teilnehmende KMU aus Schleswig-Holstein
Auf Startup-Seite waren elf KI-Unternehmen aus ganz Deutschland vertreten, mit Lösungen von dokumentenbasierter KI über Sales- und Workflow-Automation bis hin zu spezialisierten Agenten-Setups:
Splitbot · anymize.ai · dealcode AI · Beyond the Loop · SelectCode GmbH · FlowShare · PioVation GmbH · enmit · GROON · 913.ai · Kauzen Teilnehmende KI-Startups
Was wir aus dem Tag mitnehmen
Ein Matchmaking dieser Art ist ein Schnappschuss. Die eigentliche Arbeit beginnt danach. Trotzdem ließen sich drei Muster klar beobachten:
Die spannendsten Gespräche entstanden zwischen sehr unterschiedlichen Welten. Ein Kabelbauer aus SH und eine Workflow-KI aus München kommen zunächst nicht naheliegend zusammen. Genau an dieser Schnittstelle liegen aber die Hebel, die im Alltag den größten Unterschied machen.
KMU wissen sehr präzise, wo es klemmt. Was oft fehlt, ist die Übersetzung in ein KI-Lösungsbild. Wer als Startup bereit ist, das Kundenproblem genau zu hören, statt das eigene Produkt zu pitchen, kommt im Mittelstand deutlich weiter.
Vertrauen ist der limitierende Faktor, nicht die Technik. Gerade bei Hidden Champions mit langen Kundenbeziehungen zählt vor allem eine Frage: Kann ich mit diesem Team wirklich über Jahre arbeiten? Ein Format wie dieses Matchmaking erlaubt genau diese Einschätzung.
Warum wir das gemacht haben
Als KI.SH verstehen wir uns als Brücke zwischen der KI-Welt und dem Mittelstand im echten Norden. Für dieses Event haben wir mit den Organisationspartnern ein Format aufgesetzt, das genau dort ansetzt, wo klassische Workshops an ihre Grenzen kommen: beim Aufbau vertrauensvoller, tragfähiger Partnerschaften. Das Matchmaking war in dieser Form bislang einmalig; ob und in welchem Rahmen wir es im Folgejahr wieder anbieten, prüfen wir derzeit.
Ein herzlicher Dank an alle teilnehmenden Unternehmen und Startups für die Neugier und den lebendigen Austausch. Und an unsere Organisationspartner MISSION KI, das appliedAI Institute for Europe, die IHK zu Kiel sowie persönlich Sarah Hölzl, Dr. Philip Hutchinson, Fabian Haushahn und Andree Mehrens für die produktive Zusammenarbeit.
Wir sind zuversichtlich, dass hier nachhaltige Beziehungen entstanden sind, und freuen uns bereits auf die ersten fruchtbaren Ergebnisse.
Sie sind KMU in Schleswig-Holstein oder KI-Startup mit passender Lösung für den Mittelstand und hätten Interesse an einer möglichen Neuauflage? Meldet euch gern bei uns, dann halten wir euch auf dem Laufenden.
