OpenClaw auf Herz und Nieren getestet

von ZGKI-Redaktion | März 2026

In den letzten zwei Tagen haben wir im ZGKI OpenClaw ernsthaft auf den Prüfstand gestellt. Nach dem großen Hype in den sozialen Medien wollten wir selbst wissen, ob das Framework echten Mehrwert liefern kann oder doch eher technische Spielerei ist.

Unsere wichtigsten Erkenntnisse aus dem Testbetrieb

Paradigmenwechsel: Delegieren statt Bedienen. Während man bei ChatGPT, Claude, Gemini & Co. den Inhalt meist selbst steuert, ermöglichen Agenten-Setups wie OpenClaw echtes eigenständiges Arbeiten. Man nutzt kein Tool mehr, sondern führt virtuelles „Personal", das Aufgaben selbstständig ausführt, sich an Kontexte erinnert und Ergebnisse proaktiv liefert.

Technische Hürden. Die initiale Installation ist zwar recht simpel, aber der Weg zu stabilen Workflows ist umso steiniger. Ohne grundlegende Kenntnisse in Docker, VPS und Terminal-Kommandos stößt man schnell an Grenzen. Das System ist zudem noch sehr instabil — Updates können vorhandene Strukturen komplett zerschießen und Einstellungen zurücksetzen. Regelmäßige Backups sind daher Pflicht.

Konkrete Use-Cases

Wir haben unter anderem zwei produktive Szenarien implementiert:

1. Der News Agent

Ein Agent, der täglich RSS-Feeds, Webseiten und Foren nach relevanten Tech-News durchsucht, diese filtert und Zusammenfassungen direkt per WhatsApp-Nachricht um 08:00 Uhr als Morning-Briefing liefert.

WhatsApp-Screenshot des News-Agent Morning-Briefings
Morning-Briefing des News-Agent: kuratierte Tech-News um 08:00 Uhr per WhatsApp.

2. Der LinkedIn Drafter

Ein orchestriertes System aus drei Agenten (Researcher, Creator, Fact-Checker), das Arbeitsdokumente, E-Mails und News auswerten kann, Fakten per Websuche verifiziert und Post-Entwürfe für Social Media direkt in Notion speichert.

Notion-Ansicht eines vom LinkedIn Drafter erstellten Post-Entwurfs
Vom Fact-Checker geprüfter LinkedIn-Entwurf, direkt in Notion abgelegt.

Die Einsatzmöglichkeiten sind dabei kaum beschränkt — denkbare Szenarien gibt es in Hülle und Fülle. Die entscheidende Frage sollte dabei sein, an welcher Stelle bereits eine gute Datengrundlage vorhanden ist und echter Mehrwert generiert werden kann.

Unser Fazit

OpenClaw ist derzeit noch kein „Plug-and-Play"-Produkt für Gelegenheitsnutzer. Vielmehr ist es ein Framework für Vorreiter und „Builder", die bereit sind, Zeit in die Architektur ihrer eigenen KI-Workflows zu investieren. Wer die technischen Hürden meistert, Sicherheitsaspekte beachtet und die Kostenkontrolle bei den APIs im Blick behält, erhält ein mächtiges Instrument mit riesigem Potenzial.

Für Nutzer und Unternehmen, die eher auf stabile, wartungsfreie Lösungen angewiesen sind, ist ein Blick auf proprietäre Tools — beispielsweise ein Multi-Agenten-Setup mit Claude Code — derzeit wohl noch die bessere Strategie.