Jede Woche erscheint auf unserer Website ein KI-Wochenrückblick mit den wichtigsten KI-Meldungen der vergangenen Tage, ausgewählt und kurz eingeordnet. Was aussieht wie klassische Redaktionsarbeit, übernimmt bei uns inzwischen ein KI-Agent. Wir haben dafür eine agentische Automatisierung gebaut, die selbstständig Nachrichten sammelt, die wichtigsten auswählt und daraus einen fertigen Beitrag erstellt.
Der Reiz liegt dabei nicht in der Technik dahinter, sondern in dem, was solche Systeme im Arbeitsalltag praktisch leisten. Genau das wollen wir an diesem konkreten Beispiel zeigen.
Was die Automatisierung ersetzt
Einen wöchentlichen KI-Rückblick von Hand zu pflegen, ist mehr Aufwand, als es klingt. Du müsstest täglich mehrere Quellen durchsehen, relevante Meldungen herausfiltern und festhalten. Am Ende der Woche kommt der zweite Teil. Aus einer losen Sammlung von Links und Notizen musst du einen zusammenhängenden, lesbaren Beitrag formen.
Beides kostet Zeit und ist genau die Art von wiederkehrender Arbeit, die schnell liegen bleibt. Das ist der ehrliche Ausgangspunkt. Die Automatisierung ersetzt keine Stunden, die wir vorher mühsam investiert haben. Sie macht ein Format überhaupt erst dauerhaft machbar, das sonst vermutlich nicht regelmäßig erschienen wäre.
Was „agentisch“ hier bedeutet
Ein gewöhnlicher Chatbot wartet auf eine Frage und gibt eine Antwort. Ein agentisches System geht einen Schritt weiter. Es arbeitet eine Aufgabenkette selbstständig ab, trifft unterwegs Entscheidungen und nutzt Werkzeuge wie Websuche oder Dateizugriff, um ein Ziel zu erreichen.
Auf unseren Fall übertragen heißt das, dass der Agent nicht jeden Schritt einzeln vorgegeben bekommt. Er weiß, dass er Nachrichten sammeln, gewichten und aufbereiten soll, und entscheidet im Rahmen klarer Vorgaben selbst, welche Meldung es in den Rückblick schafft.
Drei Routinen, ein Ablauf
Die Automatisierung besteht aus drei Routinen, die aufeinander aufbauen.
Routine 1, tägliche Sammlung. Einmal am Tag läuft im Hintergrund eine Routine, automatisch und ohne dass wir etwas anstoßen müssen. Sie trägt aktuelle KI-Nachrichten zusammen. Die Quellen sind fest vorgegeben und umfassen vertrauenswürdige deutsche und internationale Anbieter. Die Ergebnisse jedes Tages werden auf einer Seite für die laufende Kalenderwoche abgelegt. So entsteht über die Woche eine geordnete Übersicht, ohne dass jemand täglich nachhalten muss.
Routine 2, Beitrag erstellen. Am Ende der Woche greift eine zweite Routine auf die gesammelten Meldungen zu und wählt die wichtigsten aus. Welche Meldungen es in den Beitrag schaffen, entscheidet eine Prioritätenliste, die wir vorab festgelegt haben. Aus dieser Auswahl entsteht ein fertiger Beitrag, der lokal auf dem Rechner gespeichert wird. Diese Routine starten wir bewusst von Hand, damit Zeitpunkt und Ergebnis in unserer Kontrolle bleiben.
Routine 3, Veröffentlichung. Die dritte Routine lädt den fertigen Beitrag mithilfe eines Python Skripts auf unsere Website. Auch dieser Schritt wird manuell ausgelöst. Die letzte Kontrolle vor der Veröffentlichung bleibt bei uns.
Die Aufteilung ist bewusst gewählt. Das Aufwendige, also tägliches Sammeln und wöchentliches Verdichten, läuft automatisch. Die Entscheidung, wann etwas online geht, bleibt ein menschlicher Schritt.
Der Agent hinter den Routinen ist Claude Code, das agentische Entwicklungswerkzeug von Anthropic. Gesteuert haben wir ihn nicht über Programmcode, sondern über ausführliche Anweisungen in normaler Sprache. Der größte Teil der Arbeit steckte deshalb nicht im Programmieren, sondern im genauen Beschreiben dieser Vorgaben.
Was dabei herauskommt
Das Ergebnis kannst du dir direkt ansehen. Unsere KI-Wochenrückblicke entstehen auf genau diesem Weg. Jede Woche ein kompakter Überblick über die relevantesten KI-Meldungen, mit kurzer Einordnung, was sie für Unternehmen und für die Region bedeuten.
Der Rückblick ist damit nicht nur ein internes Hilfsmittel, sondern ein dauerhaftes Format und ein Grund mehr, regelmäßig auf unserer Seite vorbeizuschauen.
Fazit
Die Automatisierung liefert keine tief recherchierten Analysen, und das ist auch nicht ihr Anspruch. Sie nimmt uns eine wiederkehrende, zeitintensive Aufgabe ab und macht ein Format dauerhaft machbar, das sonst liegen geblieben wäre.
Spannend finden wir den Schritt dahinter. Ein Agent, der eine klar umrissene Aufgabe über Tage hinweg selbstständig erledigt, ist kein Zukunftsszenario mehr, sondern lässt sich heute mit überschaubarem Aufwand bauen. Wenn du in deinem Arbeitsalltag eine ähnlich wiederkehrende Aufgabe hast, also sammeln, sortieren, aufbereiten, lohnt sich der Gedanke, ob nicht auch dort ein Agent den Anfang machen könnte.
KI-Agenten beschäftigen uns auch in unseren Workshops und Agentathons. Termine zu kommenden Veranstaltungen findest du in unserem Veranstaltungs-Newsletter.
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