Intellektuelle Souveränität: der Wissenschaftsrat zu KI in der Hochschulbildung

von ZGKI-Redaktion | Juli 2026

Beitrag Wissenschaftsrat Juli 2026

Intellektuelle Souveränität: der Wissenschaftsrat zu KI in der Hochschulbildung

Der Wissenschaftsrat hat Empfehlungen zum Umgang mit generativer KI in der Hochschulbildung vorgelegt. Aus dem Zukunftslabor Generative KI hat Doris Weßels in der Arbeitsgruppe daran mitgewirkt.

Am 6. Juli 2026 hat der Wissenschaftsrat seine Empfehlungen „Intellektuelle Souveränität: Empfehlungen für die Hochschulbildung in Zeiten von generativer KI" veröffentlicht (Drs. 3319-26, beschlossen am 3. Juli 2026 in Hamburg). Als übergreifende Leitidee bringt der Wissenschaftsrat die „intellektuelle Souveränität" in den Diskurs ein: die Fähigkeit zu eigenständigem Denken, kritischer Reflexion und unabhängiger Urteilsbildung in einer zunehmend algorithmisch geprägten Welt.

Erarbeitet wurden die Empfehlungen in einer Arbeitsgruppe des Wissenschaftsrats. Aus dem Zukunftslabor Generative KI hat unsere wissenschaftliche Leiterin Prof. Dr. Doris Weßels an dieser Arbeitsgruppe mitgewirkt, deren Empfehlungen auch ihr Konzept des AI Leadership aufgreifen und zitieren.

Wir müssen die unabhängige menschliche Urteilsfähigkeit in einer Welt erhalten, die immer mehr algorithmisch durchdrungen ist. Kritisches Denken lässt sich nicht an eine KI delegieren. Wolfgang Wick, Vorsitzender des Wissenschaftsrats (Pressemitteilung, 6. Juli 2026)

Worauf der Wissenschaftsrat setzt

  • KI-Kompetenzen und KI-freie Räume: Fachwissen stärken und im Curriculum Räume verankern, in denen eigenständiges Denken geübt wird.
  • Prüfungsformate umgestalten: eine Kultur des Vertrauens fördern, statt kaum kontrollierbarer Vorgaben zur KI-Nutzung.
  • Hochschulen als soziale Lernorte: persönliche Betreuung und fachlichen Austausch wiederbeleben.
  • Wirksamkeit prüfen: die Lernwirksamkeit von KI-Anwendungen wissenschaftlich begleiten und Begleitforschung fördern.
  • Souveräne Infrastruktur: verbundförmige KI-Infrastrukturen sowie rechtliche und finanzielle Planungssicherheit schaffen.

Für unsere Transferarbeit in Schleswig-Holstein ist die Leitidee gut anschlussfähig: Die Frage, wie Menschen ihre Urteilsfähigkeit behalten, während KI mehr Aufgaben übernimmt, stellt sich in Hochschulen ebenso wie in KMU, Start-ups und Verwaltungen.

Die vollständigen Empfehlungen und eine Kurzfassung stellt der Wissenschaftsrat frei zur Verfügung: Intellektuelle Souveränität (Volltext, Wissenschaftsrat, DOI) sowie die Kurzfassung (Drs. 3319-26_K).

Umfang: 113 Seiten. Lizenz: CC BY-SA. Zitierform: Wissenschaftsrat (2026): Intellektuelle Souveränität: Empfehlungen für die Hochschulbildung in Zeiten von generativer KI; Köln.