Stimmen aus der Arbeitsgruppe: die KI-Empfehlungen des Wissenschaftsrats für Hochschulen

von ZGKI-Redaktion | Juli 2026

Artikel Hochschulforum Digitalisierung Juli 2026

Stimmen aus der Arbeitsgruppe: die KI-Empfehlungen des Wissenschaftsrats für Hochschulen

Das Hochschulforum Digitalisierung hat drei Mitglieder der Wissenschaftsrats-Arbeitsgruppe interviewt. Aus dem Zukunftslabor Generative KI ordnet Prof. Dr. Doris Weßels ein, was die Empfehlungen für die Praxis bedeuten.

Am 8. Juli 2026 hat das Hochschulforum Digitalisierung (HFD) einen Blogbeitrag veröffentlicht, in dem drei Mitglieder der 2024 eingesetzten Wissenschaftsrats-Arbeitsgruppe „KI in der Hochschulbildung" zu Wort kommen: die Studentin Inga Gostmann, Prof. Dr. Niels Pinkwart (HU Berlin) und unsere wissenschaftliche Leiterin Prof. Dr. Doris Weßels. In getrennt geführten schriftlichen Interviews ordnen sie ein, was die kurz zuvor veröffentlichten Empfehlungen für Prüfungen, Infrastrukturen, KI-Kompetenzen und die konkrete Umsetzung bedeuten.

Der Beitrag knüpft direkt an die Empfehlungen „Intellektuelle Souveränität" an, die der Wissenschaftsrat wenige Tage zuvor vorgelegt hat. Doris Weßels ist dabei eine von drei Stimmen und bringt vor allem die Perspektive auf AI Leadership und organisationalen Wandel ein.

Für mich ist AI Leadership die zentrale Zukunftskompetenz in der KI-Ära, um den Einsatz von KI-Systemen in einem werteorientierten, transparenten und reflektierten Rahmen zu steuern, ohne die Entscheidungshoheit an die eingesetzten KI-Technologien abzugeben. Doris Weßels, im HFD-Interview

Drei Punkte aus dem Interview mit Doris Weßels

  • AI Leadership als Zukunftskompetenz: KI werteorientiert steuern, ohne die Entscheidungshoheit abzugeben, und diese Kompetenz in die Hochschullehre bringen.
  • Mehr Mut zu Experimenten: Hochschulen sollten Experimentierfelder wie Reallabore nutzen und Lehrenden Freiraum sowie Rückendeckung aus den Führungsebenen geben.
  • Studierende in den Mittelpunkt: Sie sind für Weßels die zentrale Stakeholdergruppe im Veränderungsprozess, deren Ansprüche bislang zu wenig gehört wurden.

Kritisch benennt Weßels den Bildungsföderalismus, der mit Verantwortungsdiffusion und langwierigen Abstimmungen den Anpassungsprozess belastet. Zugleich sieht sie in den Empfehlungen einen ausgewogenen Blick auf Chancen und Risiken; die eigentliche Herausforderung liege in der konkreten Umsetzung, etwa bei der kontinuierlichen KI-Qualifizierung der Lehrenden und bei neuen Prüfungsformen.


Alle drei Interviews stehen im HFD-Blog: „Was bedeuten die KI-Empfehlungen des Wissenschaftsrats für Hochschulen? Stimmen aus der Arbeitsgruppe".

Autor:innen: Inga Gostmann, Niels Pinkwart und Doris Weßels. Der Beitrag steht unter der Lizenz CC BY-SA 4.0.