Controlling, Service Desk, Markenstimme: wie DAMPSOFT mit GenAI in den Arbeitsalltag startet

von ZGKI-Redaktion | April 2025

Konzentriertes Arbeiten an den Use Cases: Teilnehmende des Promptathons bei DAMPSOFT im April 2025.

Promptathon KMU-Transfer Change Framework

Controlling, Service Desk, Markenstimme: wie DAMPSOFT mit GenAI in den Arbeitsalltag startet

Ein Tag, drei Use-Case-Stränge, ein Team mit konkreten Alltagsfragen. Unser Promptathon bei der DAMPSOFT GmbH zeigt, wie Enablement und Austausch zusammen wirken.

Bei DAMPSOFT war früh klar, dass KI im Arbeitsalltag ankommen soll. Entsprechend konkret waren die Themen, die das Team für den gemeinsamen Workshop-Tag mitgebracht hat: klassische Aufgaben aus Controlling, IT-Management und Kommunikation, bei denen GenAI spürbar entlasten kann.

Gemeinsam mit Anne-Marie Prigge und ihrem Team haben wir einen Promptathon als Teil unseres AI-driven Change Management Frameworks durchgeführt. Dr. Eike J. Meyer und Maximilian Behrens aus dem KI.SH-Team waren vor Ort, die Agenda straff, die Use Cases bewusst aus dem echten Alltag gegriffen.


Drei Use Cases, die im Alltag Zeit und Qualität kosten

Bevor es in die Gruppenarbeit ging, haben wir gemeinsam priorisiert, wo GenAI den größten Hebel bringt: dort, wo im Alltag die meisten Stunden verloren gehen und die Qualität am stärksten vom Tagestempo abhängt.

Die drei Arbeitsstränge beim Promptathon

  • Datenanalyse & Aufbereitung im Controlling: Wie kann GenAI bei Kostenrechnung und Reporting spürbar entlasten, ohne die Kontrolle über die Zahlen abzugeben?
  • Wissensmanagement im Service Desk / Ticket Management: Wie lässt sich Wiederkehrendes sauber strukturieren, Antwortqualität hochhalten und gleichzeitig die Antwortzeit senken?
  • Marketing, Branding & Corporate Identity: Wie klingt DAMPSOFT konsistent in E-Mails, in der Außen- und Innenkommunikation, und wie behält man den eigenen Ton, wenn das Modell mitschreibt?

Nach dem Einstieg gab es ein kurzes Onboarding auf Langdock, unserer Arbeitsumgebung für den Tag. Im Anschluss ging es in gemischte Gruppen, jede mit einem konkreten Use Case im Gepäck.


Von der Idee zur Kurzpräsi: der typische Promptathon-Rhythmus

Ein Promptathon lebt vom Takt: Kurzer Pitch, Gruppenbildung, eigenständiges Arbeiten, zwischendurch ein knapper Canva- oder Präsentationscheck, dann geht es zurück in die Umsetzung. Um 15 Uhr folgten die Abschlusspräsentationen, dann Feedback, dann der typische Austausch beim Kaffee, bei dem die eigentlich spannenden Fragen oft erst auftauchen.

Was wir in diesen Stunden immer wieder hören und bei DAMPSOFT erneut gesehen haben: Die Hürde ist selten die Technik. Die Hürde ist die Übersetzung. Aus einem diffusen „Da könnte KI doch…" wird erst dann ein Use Case, wenn jemand konkret sagt: Das ist unser Prozess, das ist unser Output, das ist unser Qualitätsmaßstab. Genau darum gibt es den Promptathon. Die Tools sind Werkzeug, nicht Thema.

Enablement mit Inspiration und regem Austausch zu verbinden, ist das, worum es uns im Change-Framework geht. Nur so entsteht nachhaltige Veränderung. Team ZGKI / KI.SH

Was wir mitnehmen

Drei Beobachtungen, die bei DAMPSOFT besonders sichtbar wurden und für andere Mittelständler in Schleswig-Holstein mindestens so gelten:

Erstens: Im Controlling bringt KI den spürbarsten Gewinn beim Übersetzen. Aus Rohdaten werden lesbare Reports, die im Team tatsächlich diskutiert werden, statt in der Ablage zu verschwinden.

Zweitens: Im Service Desk wirken die kleinen, konsistenten Verbesserungen stärker als die großen Automatisierungsversprechen. Ein Ticket-Draft, der zu 80 % stimmt und sauber an die zuständige Person geht, entlastet im Alltag mehr als ein vollautomatisierter Bot, der dreimal nachfragen muss.

Drittens: Corporate Identity ist kein Copy-Paste-Thema. Wer seinen Ton in GenAI-Workflows hinbekommen will, braucht Beispiele, klare Leitplanken und die Bereitschaft, das System im Alltag nachzujustieren. Das ist Arbeit, aber sie zahlt ins Markenvertrauen ein.


Warum wir diese Workshops machen

Unser Anspruch im Zukunftslabor Generative KI ist, dass Teams nach einem Workshop eigenständig weiterarbeiten können: mit einer klareren Idee davon, wo GenAI hilft, wo sie im Weg ist und wie ein verantwortungsvoller Einsatz aussieht.

Der Promptathon bei DAMPSOFT ist dafür ein starkes Beispiel. Vielen Dank an Anne-Marie Prigge und das gesamte Team für den regen Austausch, die klare Haltung und die Offenheit, reale Themen auf den Tisch zu legen.

Wer einen Promptathon oder das ZGKI Change Framework für das eigene Unternehmen im Blick hat: Meldet euch gern. Wir bringen die Struktur mit, den echten Alltag bringt ihr.

Event Pilotformat November 2025

70+ Menschen, 23 Agenten, vier Stunden: der erste OPEN AGENTATHON

Am 17. November 2025 hat das Zukunftslabor Generative KI gemeinsam mit dem Lausitz Science Park und der Brandenburgischen Technischen Universität Cottbus-Senftenberg den ersten OPEN AGENTATHON durchgeführt. Das Pilotformat brachte über 70 Teilnehmende in einem kompakten Online-Setting zusammen, mit einem klaren Ziel: in kurzer Zeit konkrete KI-Agenten-Prototypen entwickeln, testen und vorstellen.

Die Grundidee war bewusst einfach gehalten: Menschen aus unterschiedlichen Bereichen kommen online zusammen, erhalten einen kurzen thematischen Impuls und arbeiten anschließend mehrere Stunden an eigenen Anwendungsfällen. Im Mittelpunkt stand das praktische Ausprobieren, jenseits von Frontalvorträgen und reinen Tool-Demonstrationen. Use Cases, Tools, Kopfzerbrechen und Aha-Momente sollten an einem Vormittag nebeneinander Platz haben.

Ein Format für Praxis statt Theorie

Der OPEN AGENTATHON war als niedrigschwelliger Experimentierraum angelegt. Teams konnten mit ihren eigenen Tools arbeiten oder auf bereitgestellte Umgebungen zurückgreifen. Dafür wurden Instanzen von n8n und Open WebUI gehostet, um auch Teilnehmenden ohne eigene Infrastruktur einen schnellen Einstieg zu ermöglichen. Genau dieser pragmatische Zugang erwies sich im Pilot als besonders wertvoll: Ins Machen kommen, statt theoretische Debatten über KI-Agenten zu führen. Das entspricht auch der Zielrichtung von AI2E, generative KI in konkrete Anwendung und verantwortungsvolle Praxis zu überführen.

Teilnehmende und Zoomfenster während des ersten OPEN AGENTATHON
Über 70 Personen aus unterschiedlichen Organisationen arbeiteten beim Pilotformat gemeinsam an KI-Agenten und präsentierten ihre Ergebnisse online.

Heterogene Teams, vielfältige Ideen

Besonders bemerkenswert war die Vielfalt der Teilnehmenden. Vertreten waren Personen aus Schleswig-Holstein, aus dem Umfeld der BTU Cottbus-Senftenberg und des Lausitz Science Park, aus Unternehmen wie simpleclub und AstraZeneca, aus öffentlichen Institutionen wie dem RKW Sachsen, aus Hochschulen wie dem Karlsruher Institut für Technologie sowie aus Gründungsprojekten. Sogar Zuschaltungen aus der Schweiz und Australien waren dabei. Diese Heterogenität hat sich als zentraler Erfolgsfaktor des Formats erwiesen.

Denn auch das Verständnis davon, was ein „Agent" ist, fiel sehr unterschiedlich aus: Für einige Teams standen Automatisierungs-Workflows in n8n im Mittelpunkt, andere entwickelten Assistenzsysteme mit Wissensspeicher in Open WebUI. Wieder andere dachten in Richtung Recherche, Storytelling, Beratung oder Community-Management. Gerade diese Vielfalt machte die Diskussionen produktiv und zeigte, wie breit das Anwendungsspektrum agentischer Systeme inzwischen geworden ist.

23 Pitches als positives Signal

Am Ende des intensiven Vormittags präsentierten 23 Gruppen ihre Ergebnisse in kompakten Pitches. Für ein neues Online-Format mit bewusst experimentellem Charakter ist das ein starkes Ergebnis. Es zeigt: Das Interesse an KI-Agenten ist groß, und der Wunsch, diese Technologien gemeinsam auszuprobieren, wächst spürbar. Genau diese Dynamik ist auch für die Weiterentwicklung von AI2E relevant, insbesondere mit Blick auf künftige Formate zu AI Leadership, agentischen Systemen und innovationsorientierter Gründungsförderung.

Ein Agenten-Workflow in n8n aus der Arbeitsphase des OPEN AGENTATHON
Im Pilotformat entstanden konkrete Prototypen, die zeigten, wie sich KI-Agenten für Recherche, Automatisierung und Assistenz einsetzen lassen.

Was wir aus dem Pilot mitnehmen

Der erste OPEN AGENTATHON hat vor allem eines deutlich gemacht: Das Bedürfnis nach praktischem Austausch rund um KI-Agenten ist groß. Viele Teilnehmende bringen bereits konkrete Fragestellungen aus ihrem beruflichen Alltag mit und suchen nach Formaten, in denen sie Ideen testen, Tools vergleichen und gemeinsam Lösungen entwickeln können.

Gleichzeitig wurde sichtbar, dass solche Formate bewusst gestaltet werden müssen. Wie viel Input braucht es zu Beginn? Welche Tools sollten vorkonfiguriert sein? Wie viel Komplexität ist in einem kompakten Online-Format sinnvoll? Gerade diese Fragen machen den Reiz eines Pilotlaufs aus. Sie helfen dabei, Formate weiterzuentwickeln, die technologisch spannend und didaktisch tragfähig sind.

Ausblick

Umgesetzt wurde der Pilot gemeinsam mit Kevin Hildebrandt von der Brandenburgischen Technischen Universität Cottbus-Senftenberg und dem Team des Lausitz Science Park. Danke für die gemeinsame Vorbereitung und den reibungslosen Ablauf.

Der OPEN AGENTATHON war ein Pilot, wird aber sicher kein Einzelfall bleiben. In welcher Form sich das Format weiterentwickelt, zeigt sich in den kommenden Monaten.